Technologie-Roadmap | Investieren in die digitale Zukunft

Das Thema Digitalisierung hat auch 2018 seinen Weg genommen und sich zunehmend in den (heimischen) Unternehmen etabliert. Dennoch reißt auch der Bedarf nicht ab, dieses für die Zukunft entscheidende Thema, weiterhin zu pushen.

Mehr als 70 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Arbeitnehmerseite haben in der Arbeitsgruppe Forschung, Entwicklung & Innovation der Plattform Industrie 4.0 Österreich heuer eine Technologie-Roadmap erarbeitet, um das immens wichtige Thema der Digitalisierung für jedermann anschaulich und auch für Nicht-Experten verständlich darzustellen. In dieser wurden acht ineinandergreifende Forschungsfelder identifiziert, die für die Technologieentwicklung in Österreich zukünftig zentral sein werden.

Kurt Hofstädter: „Als Plattform sehen wir uns als Innovationskatalysator.“
Kurt Hofstädter: „Als Plattform sehen wir uns als Innovationskatalysator.“

Bei der offiziellen Präsentation dieser Roadmap betonte Kurt Hofstädter, Vorstandsvorsitzender der Plattform Industrie 4.0 Österreich & Leiter Siemens Digital Factory CEE: „Als Plattform sehen wir uns als Innovationskatalysator. (…) Wir wollen die Digitalisierung fest in den Köpfen verankern – denn durch die dabei entstehenden Chancen (…)  können sich österreichische Unternehmen weiterentwickeln oder sogar neuerfinden. Mit der Technologie-Roadmap für Industrie 4.0 wollen wir die Weichen dafür stellen.“

Ein dabei nicht außer Betracht zu lassendes Thema ist die Forschung. Damit Unternehmen auch verstärkt diesbezüglich investieren, müssen die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die generelle Ausgangslage hierzulande sei dabei optimal, so die Plattformbetreiber. Dennoch wurde betont: „Das Programm ‚Produktion der Zukunft‘ ist das beste Beispiel dafür, welcher Förderbedarf in Österreich besteht. So musste beispielsweise 2016 knapp die Hälfte der eingereichten Industrie 4.0-Projekte aus budgetären Gründen abgelehnt werden, was auf einen hohen Forschungsbedarf schließen lässt. Nur wenn der Forschungsmotor läuft, können wir die industrielle Produktion auf lange Sicht in Österreich halten. Und wenn dieser Motor dann Kilometer auf der Straße zurücklegt, werden auch Arbeitsplätze gesichert.“ Darauf verwies im Gespräch Isabella Meran-Waldstein, Plattform Industrie 4.0 Österreich-Vorstandsmitglied und Bereichsleiterin „Forschung, Technologie & Innovation“ bei der Industriellenvereinigung.

Isabella Meran-Waldstein: „Nur wenn der Forschungsmotor läuft, können wir die industrielle Produktion auf lange Sicht in Österreich halten.“
Isabella Meran-Waldstein: „Nur wenn der Forschungsmotor läuft, können wir die industrielle Produktion auf lange Sicht in Österreich halten.“

Zentrale Forschungsfelder.

In der Technologie-Roadmap hat die Plattform Industrie 4.0 Österreich acht zentrale Forschungsfelder identifiziert. Diese dürfen allerdings nicht als abgeschottete Einzelmaterien verstanden werden, sondern werden erst durch das Zusammenspiel zentrale Stützen der industriellen Zukunft: Virtualisierung wird erst durch intelligente Sensorsysteme und Softwarelösungen, die auf innovativen Maschinen (physische Systeme) Anwendung finden, möglich. Diese Kombination schafft ein Cyber-Physical-System. Damit es bedient werden kann, bedarf es intelligenter Arbeits- und Assistenzsysteme sowie Erfahrung und Fachwissen (Domänenwissen). Durch Industrie 4.0-Anwendungen, den Einsatz neuer Technologien und Domänenwissen entstehen neue Geschäftsmodelle.

„Sie – die Roadmap – soll ein Indikator für Politik und Unternehmen sein, welche technologischen Entwicklungen für eine erfolgreiche und nachhaltige Industrieproduktion in Österreich erstrebenswert wären“, betonte auch Stefan Rohringer, Arbeitsgruppenleiter „Forschung, Entwicklung & Innovation“ der Plattform Industrie 4.0 Österreich und Leiter des Development Centers Graz der Infineon Technologies Austria AG.

Die komplette Roadmap ist bei der Plattform Industrie 4.0 kostenlos abrufbar.