FAKUMA | Intelligente Technologien für die Wasseraufbereitung von Carbonit Filtertechnik GmbH und Nanostone Water GmbH

Carbonit und Nanostone Water auf der FAKUMA: FO-38 (Gemeinschaftsstand Sachsen-Anhalt)

Bernhard Bischof und Christian Göbbert (v.l.), Geschäftsführer der Nanostone Water GmbH, mit einem Filterelement. Das Unternehmen mit Sitz in Halberstadt, Sachsen-Anhalt, entwickelt und produziert keramische Nanotechnologie-Wasserfilter. | Bild: IMG Sachsen-Anhalt / Dana Toschner
Bernhard Bischof und Christian Göbbert (v.l.), Geschäftsführer der Nanostone Water GmbH, mit einem Filterelement. Das Unternehmen mit Sitz in Halberstadt, Sachsen-Anhalt, entwickelt und produziert keramische Nanotechnologie-Wasserfilter. | Bild: IMG Sachsen-Anhalt / Dana Toschner

Sauberes Wasser für alle. Diesem Ziel haben sich zwei innovative Unternehmen aus Sachsen-Anhalt verschrieben: Die Carbonit Filtertechnik GmbH und die Nanostone Water GmbH setzen auf intelligente Materialien, um beste Trinkwasserqualität für Verbraucher und Industrie zu gewährleisten. Dabei geht jede der Firmen ihren ganz eigenen Weg.


Kokosnüsse wachsen zwar nicht auf dem Firmengelände in Dambeck, trotzdem fußt der Erfolg der Carbonit Filtertechnik GmbH aus Sachsen-Anhalt, tatsächlich auf der Kokosnuss. Denn die Trinkwasserfilter, die hier hergestellt werden, basieren auf nachwachsenden Rohstoffen. „Der Grundstoff für unsere Aktivkohlefilter sind tatsächlich Kokosnussschalen“, erläutert Holger Bubke, technischer Leiter des Unternehmens. „Sie werden unter Luftabschluss verbrannt, die dabei entstehende Aktivkohle wird mit einem speziellen Binder aus der Medizintechnik vermischt und anschließend unter Druck gebacken. Man nennt diesen Vorgang sintern.“ 


Aktivkohle ist ein Material, das durch seine poröse Struktur und die extrem große innere Oberfläche chemische Verbindungen und Moleküle binden kann. „Die Intelligenz des Materials besteht darin, dass es in der Lage ist, gezielt Schadstoffe aus dem Wasser zu entfernen, wobei aber gelöste Stoffe wie Mineralien, Salze und Spurenelemente, die unser Körper braucht, erhalten bleiben“ sagt Holger Bubke. 
Der mittlerweile verstorbene Firmengründer Sturmi Westerbarkey hat 1997 auf einem ehemaligen LPG-Areal den Grundstein für das Unternehmen gelegt, indem er die internationalen Patentrechte zur Herstellung von gesinterten Aktivkohle-Blockfiltern erwarb. Mittlerweile stehen seine Söhne Dr. Peter und Jan Westerbarkey an der Spitze des Unternehmens, und aus anfangs drei Mitarbeitern sind 24 geworden.

Marktführer für Filtertechnik in Deutschland

Auch, wenn der Patentschutz inzwischen abgelaufen ist, steht die Carbonit Filtertechnik GmbH auf gesunden Füßen: Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben zu den Marktführern der Filtertechnik in Deutschland und Europa. „International wächst der Absatz von Carbonit-Systemen in der Medizintechnik, der Pharma- und Getränkeindustrie, in der mobilen Wasserversorgung auf Schiffen, in Zügen, Flugzeugen oder Wohnmobilen sowie nicht zuletzt in privaten Haushalten und neuerdings auch im Automobilbau“, skizziert Dr. Peter Westerbarkey die Einsatzbereiche. „Gutachten renommierter Institute belegen die gründliche und chemiefreie Entnahme unerwünschter Stoffe durch unsere Filter.“

Für frisches Wasser aus dem Hahn

Schwermetalle wie Kupfer und Blei, aber auch Chlor, Medikamentenrückstände, Pestizide sowie Mikroorganismen, Kalk- und Rostpartikel und viele andere Stoffe, die man nicht im Trinkwasser haben möchte, bleiben im Filter zurück, dessen Patrone in bestimmten Intervallen ausgetauscht wird. Obwohl Deutschland eine strenge Trinkwasserverordnung hat, setzen immer mehr Haushalte diese zusätzlichen Filter ein. „Viele Menschen legen Wert auf die bestmögliche Reinheit ihres Trinkwassers. Nicht alle unerwünschten Stoffe werden in Kläranlagen und Wasserwerken herausgefiltert, es wird übrigens nur ein Bruchteil der im Wasser möglicherweise enthaltenen Stoffe überhaupt geprüft. Das Wasser altert auf seinem Weg zur Entnahmestelle durch Stagnation und den Transport in Leitungsnetzen“, erläutert Holger Bubke.

Nanostone Water – Wasseraufbereitung für den Industriemaßstab

Während Carbonit hauptsächlich Trinkwasserfilter für den Hausgebrauch herstellt und diese über Handelspartner vertreibt, geht es in Halberstadt bei der Nanostone Water GmbH um Großtechnik für die Industrie.  Weil konventionelle Wasseraufbereitungsverfahren bei kleinsten Teilchen, wie Rückständen von Arzneimitteln oder Chemikalien, an ihre Grenzen stoßen, ist hier  Nanotechnologie gefragt. Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet im Halberstädter Gewerbegebiet an Membranen, in die Nanopartikel eingebaut sind. „Die Poren unserer keramischen Filter sind so klein, dass sie nicht nur feste Stoffe, sondern selbst Viren und Bakterien sicher zurückhalten“, sagt Chemiker Christian Göbbert, der zusammen mit Bernhard Bischof und Burghard von Westerholt das Führungstrio des Unternehmens bildet. „Alles, was chemisch nicht im Wasser gebunden ist, holen wir da raus.“

Nano-Trinkwasserfilter auf dem Weg um die Welt

Nach einer mehrjährigen Entwicklungs- und Pilotierungsphase erlangten die nanobeschichteten keramischen Filter im vergangenen Jahr Marktreife. „Wir sehen unsere Absatzmärkte vor allem in China und Nordamerika“, erläutert Bernhard Bischof. „In den USA zum Beispiel ist sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit. Es gibt vielerorts marode Leitungen, und es ist üblich, das Wasser zu chloren, um die Keime abzutöten.“ Der chinesische Markt sei attraktiv, weil er sich schnell bewege. „Die asiatischen Kunden sind an der Technologie von morgen interessiert, da spüren wir eine große Offenheit.“

Als international ausgerichtetes Unternehmen, in dem auch mal Ingenieure der amerikanischen Mutterfirma zu Gast sind, agiert die Nanostone Water GmbH auf den Märkten dieser Welt. Das macht die Firma für gut ausgebildeten Nachwuchs interessant – auch, wenn die nächste Großstadt eine knappe Autostunde entfernt ist. Seit 2012 ist Nanostone Water von 17 auf heute 140 Mitarbeiter gewachsen.

Während die Kollegen im Rund-um-die-Uhr-Betrieb die großen Brennöfen, aber auch die Extrusions- und Beschichtungsanlagen bedienen, arbeitet man im Bereich Forschung und Entwicklung bereits an der nächsten Produktgeneration. Bernhard Bischof verweist auf zwei Milliarden Menschen weltweit, die nach einer UN-Studie keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. „Wir wissen, unsere Technik ist kein universeller Heilsbringer, aber unser wichtigster Beitrag zur Lösung solcher Probleme.“