Haidlmair Werkzeugbau setzt auf Softwarelösung von Dataformers.

Das Monitoringsystem „Mould Monitoring 4.0“ von Dataformers ist ein Beispiel für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge „Made in Oberösterreich“.
Das Monitoringsystem „Mould Monitoring 4.0“ von Dataformers ist ein Beispiel für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge „Made in Oberösterreich“.

Mould Monitoring ist die Antwort von Haidlmair Werkzeugbau auf die Herausforderungen der neuen vernetzten Produktion im Rahmen von Industrie 4.0. Eine Individualsoftware von Dataformers
erlaubt die aktive und umfassende Kontrolle der Spritzgieß-Werkzeuge im Spritzprozess.

Der oberösterreichische Werkzeugmacher Haidlmair fertigt Spritzgießwerkzeuge für die Herstellung von Lager- und Logistikbehältern, Getränkekästen, Paletten und Wertstoffbehältern. Dabei hat das Unternehmen ein Ziel: Höhere Produktivität beim Kunden. Um das zu erreichen, hat Haidlmair die Linzer Softwareschmiede Dataformers mit der Entwicklung des Monitoringsystems „Mould Monitoring 4.0“ beauftragt. „Wir waren von Anfang an als Technologie- und beratender Partner dabei. Begonnen hat alles mit einem Innovations-Workshop, bei dem wir uns gemeinsam mit den Verantwortlichen zurückgezogen haben, um die Herausforderungen zu verstehen, um schließlich einen Mehrwert schaffen zu können“, erzählt Johannes Schacherl, Vertriebsleiter bei Dataformers. Das ist für Schacherl überhaupt das Um und Auf: „Wir tun nichts, weil es gerade ein Trendthema ist, sondern weil wir für unsere Kunden durch Technologieeinsatz etwas schaffen wollen, das es vorher nicht gegeben hat.“
Das Ergebnis: Haidlmair kann seinen Kunden die umfassende Kontrolle des Werkzeuges im Spritzprozess anbieten. Mittels Sensoren können kritische Parameter wie Zykluszeit, Stückzahlen, Druck und Temperatur online genau im Auge behalten werden – ortsunabhängig und in Echtzeit. „So sammelt man Daten über die echte Verwendung des Werkzeuges. Das wiederum fließt in die Weiterentwicklung der Produkte ein“, ist Schacherl vom Nutzen der IoT-Lösung überzeugt.

ohannes Schacherl, Vertriebsleiter bei Dataformers
„Wir tun nichts, weil es gerade ein Trendthema ist, sondern weil wir für unsere Kunden immer etwas schaffen wollen, das es vorher nicht gegeben hat“, Johannes Schacherl, Vertriebsleiter bei Dataformers.

Datensammeln ist nicht alles.

„Es scheint beim Thema IoT ein Missverständnis zu geben“, ist sich Schacherl sicher „Man vernetzt und sammelt Daten. Und dann fragen sich viele: Jetzt habe ich Unmengen von Daten und was mache ich nun damit?“ Hier ist es seiner Meinung nach wichtig mit der Verwendung der Daten einen Mehrwert stiften zu können. Etwa dem Kunden eine Lösung anzubieten, die es eben vorher nicht gegeben hat, wie z.B. ein maßgeschneiderter Service, ein besseres Produkt oder die vorhersagbare Wartung. „Was sich nicht bewähren wird, ist einfach nur das Vernetzen um des Vernetzens willen. Dagegen werden Geschäftsmodelle am Markt bleiben und erfolgreich sein, die ohne Datensammeln und die Vernetzung nicht möglich gewesen wären.“

Dataformers bietet Sicherheit in der Cloud.

In der klassischen IT ist das Thema Sicherheit angekommen, doch auch IoT-basierte Lösungen müssen sicherheitstechnisch genauso betrachtet und geschützt werden, wie herkömmliche IT-Systeme und gleichwertig in die IT-Security-Maßnahmen miteinbezogen werden. Johannes Schacherl zerstreut allerdings die Hoffnung auf völlige Abschottung der internen Produktions-IT von der Außenwelt. „Sobald ein Unternehmen über das Internet erreichbar ist, ist es nicht mehr automatisch sicherer als in einer zertifizierten Cloud.“ Dataformers sichert die gesammelten Haidlmair-Daten in hochskalierbaren Datenspeichern in der Azure Cloud, die neben sehr hoher Verfügbarkeit auch geo-redundant replizierbar sind. (Halten von Sicherheitskopien der Daten an mehreren Standorten).

Umfangreiches Wissen.

Eine Herausforderung umfangreicher, IoT-basierter Lösungen ist immer die technologische Breite, die ein Softwarepartner mitbringen muss, um das Projekt effizient umsetzen zu können. Bei Haidlmair musste einerseits die Sensorik und Elektronik von Spritzgießwerkzeugen angesprochen werden und andererseits eine (auch mobil verfügbare) Web-Applikation programmiert werden, die die gesammelten Daten sinnvoll und ansprechend visualisieren kann. Dabei sind etwa die laufende Online-Analyse des Sensordatenstroms und die Errechnung von Kennzahlen, die sich je nach integriertem Werkzeug stark unterscheiden können, eine besondere Herausforderung. Vor allem muss die Komplexität der zugrundeliegenden Datenverarbeitung in einer leicht und intuitiv zu bedienenden, personalisierbaren Benutzeroberfläche abgebildet werden.
Wie bei vielen IoT-Projekten war auch hier die Abwicklung großer Datenmengen, die Performance und Ausfallsicherheit entscheidend. „In diesem Projekt steckt soviel drinnen, was wir als Dataformers können. Das ist eine schöne Situation“, freut sich Schacherl. Während der Marktstart von Mould Monitoring kurz bevor steht, laufen bereits mehrere Anlagen mit der Software bei verschiedenen Kunden zu Testzwecken. Für diese Haidlmair-Kunden hat die Mould Monitoring Software den Vorteil, dass sie ständig einen aktuellen Überblick über Auslastung und Zustand des eingesetzten Werkzeuges haben – sie sehen etwa auf einen Blick wie viel produziert wird, wie lange Zykluszeiten dauern, ob es zu Produktionsausfällen kommt und vieles mehr. Nachdem die Software ausgerollt wurde, soll sie weiter ausgebaut werden.