Aucotec will mit neuem Cloud-Konzept punkten.

Aucotecs kooperative Plattform Engineering Base (EB) geht weit über herkömmliches ECAD für elektronische Dokumentation hinaus.
Aucotecs kooperative Plattform Engineering Base (EB) geht weit über herkömmliches ECAD für elektronische Dokumentation hinaus.

Auf der vergangenen SPS IPC Drives in Nürnberg stellte Aucotec erstmals ihr neues Cloud-Konzept vor. Dieses ermöglicht es, Maschinen, Anlagen und mobile Systeme ohne eigene Server-Hardware und mit beliebiger Skalierbarkeit in der Cloud zu planen.

Welche weiteren Vorteile eine Cloud-Anwendung noch mit sich bringt und was uns bei Big Data bevorsteht, verrieten GF Heinz Rechberger und Martin Hartl, Application Consultant, beide Aucotec Österreich, in einem persönlichen Gespräch. Und eines liegt gleich zu Beginn des Gespräches auf der Hand: Aucotecs kooperative Plattform Engineering Base (EB) geht weit über herkömmliches ECAD für elektronische Dokumentation hinaus. EB macht moderne Anlagenplanung einfach, effizient und schafft die Basis für das vorliegende Gespräch.

IoT 4Industry & Business: In Nürnberg wurde die Aucotec Cloud erstmals vorgestellt. Was genau verbirgt sich hinter dieser Neuigkeit?

Heinz Rechberger: Der Trend geht momentan ganz eindeutig dahin, dass Planer bzw. Ingenieure in immer größeren Teams in den verschiedensten Projekten zusammenarbeiten müssen. Weiters müssen diese Projekte auch immer schneller umzusetzen sein. Das bedeutet dann natürlich, dass die Ressourcen, gerade zeitlich, sehr eng sind. Hier ist Flexibilität gefordert. Ein weiterer Trend ist es, dass alle Projekt-Begleiter nicht unbedingt an einem gemeinsamen Ort zusammensitzen oder aus einem Unternehmen stammen. Dieser Anforderung muss eine Lösung geboten werden. Wenn wir diese Umstände und eine herkömmliche Lösung gemeinsam betrachten, dann heißt das, ich muss unterschiedliche Ausprägungen der eingesetzten Software installieren und den Teams zur Verfügung stellen. Wenn aber von extern noch jemand mit ins Team kommt, muss demjenigen ja auch ein Zugang zur Software und den Daten
gegeben werden.

Heinz Rechberger Geschäftsführer, Aucotec Österreich
Heinz Rechberger Geschäftsführer, Aucotec Österreich „Die heute angebotenen Apps bilden zum derzeitigen Standpunkt noch keinen kompletten Arbeitsplatz ab. Es gibt aber einzelne Bereiche, bei denen sie eine optimale Arbeitsweise erlauben.“

IoT: Dann wird es schnell komplizier.

Rechberger: Das muss es heutzutage nicht mehr. Sie müssen nur berücksichtigen, dass ein weiterer Punkt hinzukommt: Software ist modular und jeder Projektteilnehmer hat unterschiedliche Versionen zur Verfügung. Und nun kommt die Cloud! Und die ermöglicht es uns einen verbesserten Zugang für alle Mitarbeiter innerhalb eines Projektes zu gewährleisten, denn die Daten bleiben alle in der Cloud und demnach auch „innerhalb“ des Unternehmens.

Martin Hartl: Die Frage, die uns in diesem Zusammenhang oft gestellt wird dreht sich um die Verfügbarkeit der Daten. Haben Unternehmen bei einer Cloud noch Zugriff auf ihre Projektdaten? Aucotec stellt die technischen Voraussetzungen zur Verfügung, die Daten bleiben bei unseren Kunden.

IoT: Das bedeutet, die Cloud bietet Vorteile?

Hartl: Im Grunde genommen überwiegen die Vorteile, die ich als Cloud-Nutzer habe. Hier spielt das orts- und auch zeitunabhängige Arbeiten eine große Rolle. Und auch die oft schwankenden Mitarbeiterzahlen sind mit einer Cloud besser zu handhaben. Ein wichtiger Punkt ist jedoch auch, dass die hardwareunabhängige Skalierbarkeit der Software-Infrastruktur mit der Cloud gegeben ist. Je nachdem, in welche Richtung das jeweilige Unternehmen wachsen möchte/muss, kann eine rasche Lösung ohne größeren Aufwand gefunden werden. Es handelt sich eben um ein flexibles Tool. Man darf nicht vergessen, dass auch immer die Einfachheit von Software-Implementierung etc. eine wesentliche Rolle spielt.

IoT: Ist es Anwendern im Vorfeld bewusst, dass eine Cloud- Anwendung mitwachsen kann?

Rechberger: Die Cloud an und für sich ist sehr wohl schon ins Bewusstsein der Unternehmen gerückt. Man weiß, dass es sie gibt und dass sie interessant werden kann für das eigene Unternehmen. In der Umsetzung liegt noch eine Hürde.

Hartl: Geschäftsprozesse sind ja immer sehr kritische Prozesse und der Grundsatz „never touch a running system“ ist leider noch weit verbreitet. Im gleichen Atemzug suchen Unternehmen eine Veränderung. Nun streiten sich die Geister, wie man hier am besten vorgeht.

IoT: Welche Rolle spielt EB in diesem Zusammenhang?

Rechberger: EB ist geradezu prädestiniert für eine Cloud- Anwendung. Technologisch vor allem aufgrund seiner Architektur und der SQL-Datenbank, die dahintersteckt. Hätten wir wie früher ein File-orientiertes System, dann wäre eine Cloud-Anwendung nicht so einfach möglich. Kurzum heißt das, dass unsere EB-Technologie alles vorweist, was eine Cloud-Technologie benötigt.

IoT: Welche weiteren Vorteile bietet EB?

Rechberger: Wir haben etwa auch in diesem Zusammenhang unser Lizenzmodell adaptiert. Denn gerade die eingangs erwähnten variablen Projekt-Gruppen setzten diese Umstände voraus. Was bieten wir nun? Wir offerieren ein so genanntes Token-Modell, dass je nach Bedarf flexibel adaptiert werden kann. Hiermit können Sie also nahezu alle EB-Module nutzen, ohne sich vorab festlegen zu müssen, welche Sie wann für welche Teams benötigen. Mit diesen modernen Technologien haben Sie als Anwender die größtmögliche Flexibilität vorliegen.

Martin Hartl Application Consultant, Aucotec Österreich „Big Data-Management funktioniert sehr gut mit EB, das wurde am Markt bereits erkannt.“
Martin Hartl Application Consultant, Aucotec Österreich
„Big Data-Management funktioniert sehr gut mit EB, das wurde am Markt bereits
erkannt.“

IoT: Wird dadurch eine angenehme Art des Arbeitens ermöglicht?

Hartl: Richtig, Sie können dynamischer und flexibler Projekte umsetzen. Aber wir dürfen diese dynamischen Projekte nicht nur im Jetztstand betrachten, es muss auch die Zukunft berücksichtigt werden. Denn gerade im Zusammenhang mit der Frage nach neuen Geschäftsmodellen muss mein System auch flexibel auf kommende Entwicklungen reagieren.

IoT: Was können die Apps zur Cloud?

Rechberger: Die heute angebotenen Apps bilden zum derzeitigen Standpunkt noch keinen kompletten Arbeitsplatz ab. Es gibt aber einzelne Bereiche, bei denen sie eine optimale Arbeitsweise erlauben. Nehmen wir das Beispiel des Instandhalters, der im Feld bei einer Anlage steht. Für diesen ist die App eine hervorragende Lösung, denn die mobilen Geräte bieten eine verbesserte Art des Arbeitens. Es können Informationen eingegeben werden und ins System gespielt werden und gleichzeitig Informationen abgerufen werden, die man ansonsten nicht schnell greifbar hatte.

Hartl: Die Apps sind mit allen mobilen Geräten auf Android-, Windows-Basis oder im Browser nutzbar. Unser Web Communication Server sorgt dabei mit globalen Web-Standards für direkten, sicheren Zugang auf die gewünschten Informationen.

IoT: Wie sicher kann die Cloud sein?

Hartl: Nun, eine 100 % Sicherheit wird niemand gewährleisten und schlussendlich sind wir als Aucotec diejenigen, die die Technik bieten, die Sicherung der Daten liegt dann beim Datentreuhänder. Durch die Zusammenarbeit mit Microsoft ist ein Partner gegeben, der hier unterstützend beiseite steht und die neuesten Updates und technischen Entwicklungen zur Verfügung stellt.

Rechberger: Als in der Vergangenheit die Entwicklung des EB begonnen hat, hat man sich überlegt, ob man die Microsoft Datenbank SQL-Server nimmt oder nicht. Man entschied sich für den SQL-Server und für die Partnerschaft mit Microsoft, die sich bisher auch als sehr gut bewiesen hat.

IoT: Nehmen wir aber einmal an, der schlimmste Fall tritt ein und ich bin offline, ein Ausfall liegt vor. Was passiert dann mit meinen Daten?

Hartl: Hier spielt es dann natürlich eine große Rolle, die Daten auch offline zur Verfügung zu stellen. Sobald dann wieder eine Verbindung zur Cloud besteht, werden diese automatisch in das System zurückgespielt und gewährleisten den aktuellen Stand.

IoT: Werden die Ansprüche der Kunden in Zeiten von IoT größer?

Rechberger: Früher haben wir die Software in der Box verkauft. Heutzutage sind die Projekte sehr viel größer und die Ansprüche an die Software sind ebenfalls anders. Dem entsprechend mussten wir uns anpassen. Das ist selbstverständlich. Unsere Anpassungen geschehen aber nicht nur mit der Entwicklung von Industrie 4.0. Wir entwickeln uns mit der Software immer schon mit dem Markt mit.

IoT: Die Cloud bietet „Platz“ für alle Daten. Was muss ich berücksichtigen?

Rechberger: Nehmen Sie das Beispiel des Digitalen Zwillings. Das beinhaltet eine Menge an Daten, dem muss ich gewachsen sein auch in Bezug auf die Weiterentwicklung des Engineerings und natürlich unserer Software. Ich denke, dass wir die Basis anhand unserer Lösung geschaffen haben, diese enormen Datenmengen optimal zu handhaben. Und das ist ein ganz entscheidender Punkt. Auch beim vernetzten Arbeiten spielt das Thema Big Data eine Rolle. Denn allein bei Änderungen im System fallen Massen an Daten an, die behandelt werden müssen. Unsere Technologie schafft hier eine gute Basis. Und unsere Kunden zeigen als bestes Beispiel, dass die Anwendung im Feld bisher gut funktioniert.