Organ as a service | Unsere digitale Zukunft?

Shinta Dhanuwardoyo am Rednerpult: Sie ist Tech- Entrepreneurin und Bereiterin des Start-Up Öksystems aus Indonesien. | Bild: WSA
Shinta Dhanuwardoyo am Rednerpult: Sie ist Tech- Entrepreneurin und Bereiterin des Start-Up Öksystems aus Indonesien. | Bild: WSA

Das Berliner Projekt Organ as a Service und die Wiener App ScarletRed zeigen das Potential der Digitalisierung mit kreativem Content im Gesundheitsbereich. Vom 20.-22. März präsentieren beide ihre Lösungen mit 43 anderen Social Entrepreneurs beim WSA Global Congress.

Organe aus dem 3D Drucker – Es hört sich ein bisschen wie Science-Fiction an. Das junge Team von Organ as a service aus Berlin hat einen 3D-Gewebedrucker entwickelt, mit dem Miniorgane auf der Basis von lebenden Zellen mit sogenannter Biotinte hergestellt werden können. Damit wurden bereits eine lebensfähige Prototyp-Minileber und eine Prototyp-Miniplacenta unter realen Bedingungen entwickelt.

Mithilfe von Bioprinting -Technologie und einer Open-Source Software stellt das Team von Organ as a service Organe durch Zellteilung aus menschlichen Zellen her. Die gedruckten Organe ermöglichen wesentlich aussagekräftigere Medikamententests als Tierversuche und können einen wichtigen Beitrag zu zukünftigen Labortestungen leisten. Prinzipiell ist auch der 3D-Druck für dringend benötigte Spenderorgane nicht ausgeschlossen.

Wiener Start-Up analysiert Hautkrankheiten per App

Scarletred hat eine App entwickelt, mit der Hautveränderungen per Smart-Phone Kamera gemessen werden können. „Mit Scarletred Vision haben wir ein Mess-Tool entwickelt, das den Arzt bei der Diagnose unterstützen kann.“ sagt der Molekularbiologe Harald Schnidar, Gründer von Scarletred.

Mit der Scarletred App können Fotos der betreffenden Haustelle mit einer online Datenbank im Web abgeglichen und so eine schnelle, effektive Diagnose erstellt werden. Damit die unterschiedlichen Fotos miteinander verglichen bzw. gemessen werden können, gibt es einen Referenzsticker – ein kleiner runder medizinischer Aufkleber, den man neben die betreffende Stelle klebt. Dadurch wird ermöglicht, dass die Aufnahmen, die durch die Lichtsituation oder Auflösung der Kamera variieren, auf einen Standard gebracht werden. Die Daten zur Anamnese, Diagnose und Behandlung der Hauterkrankungen werden auch anderen Ärzten anonymisiert zur Verfügung gestellt und liefern so wertvolle Referenzen.

Sie waren die Gewinner des Vorjahres

Beide Health Start-Ups sind Gewinner des globalen World Summit Awards (WSA) und werden ihre Innovationen beim WSA Global Congress in Wien vorstellen. Insgesamt werden 45 Gewinnerteams aus aller Welt anreisen, um das positive Potential von digitaler Innovation und Technologie zu präsentieren. Dort treffen Vertreter von digitalen, sozialen Start-ups auf Entwickler und inspirierende Sprechern. Der Fokus des Programms liegt auf digitaler Innovation mit gesellschaftlichem Mehrwert.