Interview | „Kein Unternehmen hat perfekte Daten“

Die Visualisierung von Daten ist für Unternehmen ein wichtiges Thema, um erfolgreich agieren zu können. In Zeiten von Big Data steht immer mehr auch die sinnvolle Nutzung der gewonnenen Daten im Fokus. Smart Data wird geschäftsentscheidend. Die IoT4-Redaktion fragte bei Experten genauer nach.

Dr. Stefan Jensen, Director PreSales DACH bei Qlik, konnte auf der zurückliegenden CeBIT nicht nur über den Erfolg von Qlik und seinen Produkten berichten, er stellte sich auch der Frage, inwiefern eine Datenvisualisierung intelligent umgesetzt werden könnte. Gemeinsam mit Constantin Wehmschulte vom Qlik Elite Solution Provider Mehrwerk standen beide der Redaktion von IoT4 Industry & Business in einem Gespräch zur Verfügung.

IoT4 Industry & Business: Qlik präsentierte auf der CeBIT Produktneuigkeiten seiner Visual Analytics-Plattform rund um die Themen Connectivity, Geo-Analytics und Cloud. Was verbirgt sich hinter diesen Highlights?

Dr. Stefan Jensen, Director PreSales Team DACH Qlik
Dr. Stefan Jensen, Director PreSales Team DACH Qlik

Dr. Stefan Jensen: Daten werden immer mehr zu einem enormen Mehrwert eines Unternehmens, entsprechend zielt man darauf ab, diese gewinnbringend einzusetzen.  Hierfür bieten wir entsprechende Möglichkeiten mit Qlik-Anwendungen an. Eine Neuigkeit auf der CeBIT und in unserem Portfolio ist das Thema Cloud-Services. So wurde erstmalig auf der Messe Qlik Sense Cloud Business – Visual Analytics als Software-as-a-Service vorgestellt. Das Angebot richtet sich vorrangig an KMU sowie Gruppen und Teams, die Datenanalysen und -visualisierungen in der Cloud erstellen, verwalten und teilen möchten. Technologische Basis ist die patentierte QIX-Engine um die Skalierbarkeit und Performance der bewährten Qlik Visual Analytics-Plattform nun auch in einer kompletten Cloud-Umgebung verfügbar zu machen.

IoT4: Wie sieht es mit dem Thema Big Data aus? Was können gerade KMU mit ihren angehäuften Datenschätzen sinnvoll machen?

Jensen: Damit Unternehmen ihre Daten analysieren und Zusammenhänge zwischen diesen ersehen können, benötigen sie ein grundlegendes Instrument, das Dashboard. Und dieses besteht aus einer Reihe von Visualisierungen aus mehreren ausgewählten Datensätzen. Beim Thema Big Data haben wir es mit sehr großen Datensätzen zu tun, die uns vor Herausforderungen stellen. Mit so genannten Datenfiltern lassen sich die wertvollen Details erkennen, die genau zum Erfolg führen können.

Constantin Wehmschulte von Mehrwerk, Qlik Elite Solution Provider
Constantin Wehmschulte von Mehrwerk, Qlik Elite Solution Provider

Constantin Wehmschulte: Es ist generell ein Wandel passiert und aufgrund von Industrie 4.0 immer besser möglich Maschinendaten zu analysieren. Hier ist die Stärke von Qlik, dass etwa betriebswirtschaftliche Daten und Maschinendaten sinnvoll zusammengeführt werden können, um aus diesen wertvolle Informationen zu gewinnen. Das Ziel lautet „Von Big Data zu Smart Data“, Erkenntnisse in Form von Smart Data zu gewinnen.

IoT4: Lässt sich mit Daten denn nun wirklich Geld verdienen?

Wehmschulte: Wie haben z.B. eine Applikation, ein Analysetool, womit wir neben den Maschinendaten auch Service- und Fehlermeldungen tracken. So kann ein Servicetechniker direkt durch die Suche in Qlik analysieren, ob es einen ähnlichen Fehler schon einmal gab und, falls dies schon einmal vorkam, analysieren, wer diesen Fall  bearbeitet hat. Anhand dessen ist der Mitarbeiter dann auch schon direkt im Business und kann sehr schnell die Bearbeitung starten und gezielt agieren. Durch solche Beispiele ist sehr klar dargestellt, wo der ROI bzw. der Mehrwert am Ende des Tages liegt.

IoT4: Ist eine optimierte Datenanalyse nur für Experten?

Jensen: Das Wort Datenanalyse klingt zwar abstrakt, nach Zahlen und ausgewiesenem Expertenwissen, dies stimmt aber nicht mehr unbedingt: Die meisten Lösungen sprechen nicht nur den fortgeschrittenen Nutzer an, sondern eignen sich auch für unerfahrenere User.

IoT4: Redet man über Probleme mit Daten und Analysen innerhalb der Branche?

Wehmschulte: Kein Unternehmen hat perfekte Daten aber unsere Kunden sind eigentlich reflektiert und wollen für ja auch für Transparenz sorgen.

Jensen: In manchen Branchen kann das sein, aber wir wollen ja auch Lösungen entwickeln –  da brauchen wir die Kundenerfahrungen und deren Anforderungen und Probleme, um daran zu arbeiten, dass unsere Produkte gezielt auf die Ansprüche ausgerichtet sind. Daher ist Kommunikation ein wesentliches Tool.

Beispiel für eine Visualisierung der Daten mit der Software von Qlik.
Beispiel für eine Daten-Visualisierung mit der Software von Qlik.

IoT4: Gibt es da bei den Unternehmensgrößen Unterschiede mit Daten zu handhaben?

Wehmschulte: Das ist, denke ich, unabhängig von der Unternehmensgröße. Man schaut, was in die jeweilige IT-Strategie passt und handelt entsprechend.

Jensen: Bei einem sehr kleinen Mittelständler merkt man schon den Unterschied. Der möchte schnell eine Lösung haben und entscheidet oft auch schneller. Die Risikobereitschaft ist auch mehr vorhanden. Es ist aber auch charakterabhängig.

Wehmschulte: Die IT-Abteilungen sind teilweise skeptisch, denn sie befürchten zunächst einen Berg Mehrarbeit. Aber mit Qlik geht man einen gezielten Weg, denn der IT wird im Endeffekt Arbeit abgenommen. Dadurch, dass der Anwender selber in der Lage ist, Dashboards und Auswertungen basierend auf einem validierten Datenmodell zu erstellen, verlagert sich die Arbeit und die IT ist im Endeffekt entlastet.

IoT4: Noch kurz zur Marktentwicklung: Wie erfolgreich ist Qlik derzeit unterwegs?

Jensen: Die Marktentwicklung generell ist sehr gut derzeit und das zurückliegende Geschäftsjahr von Erfolg gekrönt. Letztendlich kommen ja auch immer mehr neue Fragestellungen am Markt hinzu. Auch Geodatenanalysen sind nun Thema und Cloud-Strategie ist bei uns ein stark wachsender Markt. Derzeit ist das Cloud-Angebot zwar noch überschaubar, aber es wächst rasant. Warum? Ganz einfach – hier müssen wir reagieren. Es gibt immer neue Use Cases und Aspekte wie IoT oder Digitalisierung zielen immer wieder auf das Thema Datenauswertung.

Wehmschulte: Der Vorteil von Qlik-Produkten ist, dass diese schnelle Ergebnisse liefern. So sehen unsere Kunden direkten Nutzen im Unternehmensalltag.

Jensen: Wir reden hier auch von Ergebnissen, die unter 10 Tagen ersichtlich erzielt werden können. Zudem sind Qlik-Produkte sehr einfach zu handhaben. Und das ist ein sehr großer Vorteil gegenüber unseren Mitbewerbern.

IoT4: Welche Ziele verfolgen Sie?

Jensen: Weiterwachsen. Der Markt ist in Bewegung und wir sind nicht alleine. Beim Thema Datenvisualisierung sind viele auf den Zug aufgesprungen, aber wir sind sehr gut mit am Markt dabei und mit unseren Partnern und Techniken optimal aufgestellt.

www.qlik.com
www.mehrwerk-ag.de

Das Interview führte Stephanie Englert, Chefredakteurin IoT4 Industry & Business, auf der diesjährigen CEBIT.